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EMD SD45
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SD45 ist die Herstellerbezeichnung fĂŒr eine Reihe dieselelektrischer GĂŒterzuglokomotiven, die von 1965 bis 1971 als Teil der SD-Serie bei General Motors Electro-Motive Division (EMD) in McCook (Illinois) in 1260 Exemplaren gebaut wurde. 1972 erschienen die Reihen SD45-2 und SD45T-2 als Nachfolgemodelle der SD45.

Contents

‱ Geschichte
‱ Weblinks

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Geschichte

Mit der EinfĂŒhrung der neuen Motorenreihe 645 des Herstellers General Motors Electro-Motive Division (EMD) zur Ablösung der bisher verwendeten Reihe 567 war die Entwicklung neuer Typen von Diesellokomotiven verbunden.cite-ref-dieselshop-b-4-1[4] Im Dezember 1965 baute EMD den ersten Prototyp der Lokomotivreihe SD45.cite-ref-sarberenyi-5-0[5] Zwei weitere Vorserienfahrzeuge folgten im Januar und eines im Juni 1966, obwohl bereits im Mai 1966 die Serienproduktion begonnen hatte.cite-ref-sarberenyi-5-1[5] Parallel zur SD45 entstanden die ebenfalls sechsachsigen GĂŒterzuglokomotiven der Reihen SD38, SD39 und SD40. Neben dem neuen Dieselmotor besaßen SD40 und SD45 eine ĂŒberarbeitete elektrische AusrĂŒstung, beispielsweise einen Wechselstrom-Hauptgenerator und moderne Steuerungstechnik.cite-ref-dieselshop-b-4-2[4]

Die UnzuverlĂ€ssigkeit der SD45, die hauptsĂ€chlich auf den zwanzigzylindrigen Dieselmotor zurĂŒckzufĂŒhren war, veranlasste einige Kunden, auf die weniger leistungsfĂ€hige SD40 auszuweichen.cite-ref-americanrails-2-1[2] Dennoch wurden zwischen Mai 1966 und Dezember 1971 insgesamt 1256 Serienlokomotiven der Reihe SD45 verkauft.cite-ref-americanrails-2-2[2]cite-ref-sarberenyi-5-2[5] ZusĂ€tzlich entstanden von 1967 bis 1970 52 Fahrzeuge der Reihe SDP45 mit Dampfheizkessel und 153 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie in den Jahren 1970 und 1971 versuchsweise 7 Lokomotiven der Reihe SD45X, die mit 3130 kW erheblich leistungsfĂ€higer waren.cite-ref-americanrails-2-3[2]cite-ref-sarberenyi-5-3[5]

Im Gegensatz zur Reihe SD40 wurde die SD45 ausschließlich fĂŒr Bahngesellschaften in den Vereinigten Staaten bei EMD in McCook (Illinois) gebaut.cite-ref-americanrails-2-4[2] Die bedeutendsten KĂ€ufer der StandardausfĂŒhrung waren die Southern Pacific Company (SP) mit 317, die Pennsylvania Railroad (PRR) mit 130, die Atchison, Topeka and Santa Fe Railway (ATSF) mit 125 und die Norfolk and Western Railway (N&W) mit 115 Maschinen.cite-ref-americanrails-2-5[2]cite-ref-sarberenyi-5-4[5] Die Hauptaufgabe der Lokomotiven war die Beförderung schwerer GĂŒterzĂŒge, weshalb sie mit einer Mehrfachtraktionssteuerung und optional mit einer Widerstandsbremse ausgerĂŒstet waren.

1972 stellte EMD die Produktion auf die Dash-2-Serie um, womit die neuen Reihen SD45-2 und SD45T-2 als Nachfolgemodelle der SD45 auf den Markt kamen.cite-ref-americanrails-2-6[2] Zu den wichtigsten Änderungen zĂ€hlten neue Drehgestelle, lĂ€ngere Rahmen und eine modular aufgebaute elektrische Steuerung. Die SD45T-2 besaß außerdem eine grundlegend ĂŒberarbeitete KĂŒhlanlage, um bei Fahrten durch lange Tunnel die Überhitzung des Dieselmotors zu vermeiden.cite-ref-americanrails-2-7[2]

Zwischen 1979 und 1986 baute Southern Pacific Transportation (SP) in den bahneigenen WerkstĂ€tten in Sacramento (Kalifornien) 167 Maschinen um, die infolgedessen als SD45R bezeichnet wurden.cite-ref-utahrails-6-0[6] Diese Arbeiten beinhalteten die Senkung der Motorleistung auf 2390 kW zur Erhöhung der ZuverlĂ€ssigkeit.cite-ref-utahrails-6-1[6] Ab 1993 ließ SP bei Morrison-Knudsen insgesamt 133 Fahrzeuge der Reihen SD40, SD45 und SDP 45, davon 97 SD45, zur Reihe SD40M-2 umbauen.cite-ref-7[7] ATSF brachte mit der Modernisierung von ĂŒber 100 Fahrzeugen zwischen 1979 und 1989 das Modell SD45u hervor.cite-ref-8[8]

Im Jahr 2000 waren die meisten Lokomotiven der Reihe SD45 ausgemustert. Einige Fahrzeuge wurden vor der Verschrottung bewahrt und blieben im untergeordneten GĂŒterverkehr oder museal erhalten.cite-ref-americanrails-2-8[2] Zu den bekanntesten erhaltenen Fahrzeugen gehört die Maschine der Nummer 400, die im Mai 1966 als erste Serienlokomotive der Reihe SD45 fĂŒr die Great Northern Railway (GN) gebaut wurde.cite-ref-sarberenyi-5-5[5]

Technische Beschreibung

Der geschweißte Hauptrahmen, der mit den Rahmen von SD38, SD39 und SD40 nahezu identisch ist, stĂŒtzt sich ĂŒber zwei H-förmige Wiegen auf die beiden dreiachsigen Gussrahmendrehgestelle mit symmetrischem Achsstand, welche Schraubenfedern als PrimĂ€r- und SekundĂ€rfederung besitzen. Die Verbindung zwischen Hauptrahmen und Wiegen wird durch Drehpfannen hergestellt. Den Abschluss des Lokomotivrahmens bildet an den Enden jeweils eine Stirnplatte, die in der Regel einen einfachen BahnrĂ€umer oder einen Schneepflug trĂ€gt. Die Reibungsmasse entspricht der Dienstmasse der Lokomotive und liegt je nach Ausstattung des Fahrzeugs zwischen 166,9 t und 186,0 t.cite-ref-emd-1-1[1] Die mittlere Achslast betrĂ€gt damit 27,8 t bis 31,0 t. Der Hauptrahmen trĂ€gt den Vorbau, den FĂŒhrerstand und die Aufbauten des Maschinenraums, wobei der Vorbau und der ĂŒber TĂŒren zugĂ€ngliche Maschinenraum zwischen seitlichen UmlĂ€ufen angeordnet und daher schmaler als der FĂŒhrerstand sind. Der Umlauf auf der linken Seite des Fahrzeugs fĂŒhrt ĂŒber die LuftkanĂ€le zur KĂŒhlung der Fahrmotoren und liegt deshalb etwas höher als der rechte Umlauf. Im Vergleich zur konstruktiv Ă€hnlichen Reihe SD40 wurden bei der SD45 aufgrund des grĂ¶ĂŸeren Dieselmotors Vorbau und FĂŒhrerstand nach vorn versetzt und die KĂŒhlanlage nach hinten verlĂ€ngert. Der Vorbau beinhaltet einen Sandkasten fĂŒr die pneumatisch betriebene Sandstreueinrichtung, die zusammen mit einem zweiten BehĂ€lter fĂŒr das hintere Drehgestell ĂŒber einen Sandvorrat von 1,59 mÂł verfĂŒgt.cite-ref-emd-1-2[1]cite-ref-dieselshop-a-3-1[3] SĂ€mtliche 115 fĂŒr die Norfolk and Western Railway (N&W) gebauten Lokomotiven sowie alle 70 Maschinen fĂŒr die Southern Railway (SOU) besaßen anstelle des niedrigen Vorbaus einen höheren Aufbau vor dem FĂŒhrerstand.cite-ref-sarberenyi-5-6[5] An beiden Enden des Fahrzeugs ist eine durch GelĂ€nder geschĂŒtzte Rangierplattform sowie eine ÜbergangsbrĂŒcke fĂŒr den Einsatz in Mehrfachtraktion vorhanden.cite-ref-emd-1-3[1]

Unterhalb des FĂŒhrerstandes sind die Starterbatterien des Dieselmotors mit einer Nennspannung von 64 V und einer KapazitĂ€t von 420 Ah angeordnet.cite-ref-emd-1-4[1] Hinter dem FĂŒhrerstand befindet sich der elektrische Schaltschrank fĂŒr das vordere Drehgestell, gefolgt von einer Einrichtung zur Frischluftversorgung des Maschinenraums mit seitlichen EinlĂ€ssen unter dem Dach.cite-ref-emd-1-5[1] Die von einem LĂŒfter angesaugte Umgebungsluft wird dabei mithilfe eines TrĂ€gheitsabscheiders weitgehend von Staub befreit und anschließend in den Maschinenraum geleitet, um fĂŒr den FahrmotorlĂŒfter, den HauptgeneratorlĂŒfter und die Ölbadluftfilter des Dieselmotors gereinigte Luft bereitzustellen.cite-ref-emd-1-6[1]

In der Mitte des Fahrzeugs ist die Antriebsanlage, bestehend aus Dieselmotor und Hauptgenerator, angeordnet, wobei sich der Hauptgenerator zusammen mit einem Hilfsgenerator vor dem Motor befindet. Die Lokomotiven besitzen einen Dieselmotor des Typs EMD 20-645E3.cite-ref-dieselshop-a-3-2[3] Dieser ist ein wassergekĂŒhlter Zwanzigzylinder-V-Motor mit Abgasturbolader, arbeitet nach dem Zweitaktprinzip und erreicht bei einer Drehzahl von 900 min−1 eine Leistung von 2680 kW.cite-ref-dieselshop-a-3-3[3] Bei niedrigen Motordrehzahlen ist der Turbolader ĂŒber ein mechanisches Getriebe mit dem Dieselmotor verbunden und wird bei höherer Drehzahl, wenn der Abgasdruck ausreicht, durch eine Fliehkraftkupplung getrennt. Die Zylinder weisen einen Innendurchmesser von 230 mm und einen Kolbenhub von 254 mm auf. Daraus ergibt sich ein Hubraum von 10,6 l pro Zylinder und 211,4 l des gesamten Motors. Es sind rund 1110 l Schmieröl und 1090 l KĂŒhlwasser vorhanden.cite-ref-emd-1-7[1] Mit einem achtstufigen Fahrschalter reguliert der LokomotivfĂŒhrer die Motordrehzahl und somit die Antriebsleistung. Der vom Dieselmotor angetriebene Wechselstrom-Hauptgenerator des Typs EMD AR10 versorgt ĂŒber vorgeschaltete Gleichrichter die sechs fremdbelĂŒfteten Tatzlager-Gleichstromfahrmotoren vom Typ EMD D77.cite-ref-emd-1-8[1]cite-ref-dieselshop-a-3-4[3] Ein kleinerer Wechselstromgenerator des Modells D14, der mit dem Hauptgenerator eine Einheit bildet, erzeugt die Erregerspannung des Hauptgenerators und liefert den Strom fĂŒr die KĂŒhlerlĂŒfter des Dieselmotors sowie die Frischluftversorgung des Maschinenraums.cite-ref-emd-1-9[1]cite-ref-americanrails-2-9[2] Der Gleichstrom-Hilfsgenerator Delco A8102 versorgt das Bordnetz fĂŒr elektrische Steuerungen, Pumpenantriebe, Beleuchtung und das Laden der Starterbatterien.cite-ref-emd-1-10[1]cite-ref-dieselshop-a-3-5[3]

Den hinteren Abschluss des Maschinenraums bildet die KĂŒhlanlage des Dieselmotors. Über den WĂ€rmetauschern befinden sich drei von Wechselstrommotoren angetriebene KĂŒhlerlĂŒfter, welche die KĂŒhlluft durch seitliche EinlĂ€sse ansaugen und nach oben ausstoßen. Nach demselben Prinzip arbeiten die beiden LĂŒfter zur KĂŒhlung der, wenn vorhanden, ĂŒber dem Dieselmotor angeordneten BremswiderstĂ€nde. Unterhalb der KĂŒhlanlage des Motors sind AusgleichsbehĂ€lter, Filter und Pumpen fĂŒr Schmieröl, Dieselkraftstoff und KĂŒhlwasser sowie ein vom Dieselmotor angetriebener Kolbenluftpresser des Typs Gardner Denver WBO zur BefĂŒllung der HauptluftbehĂ€lter ebenso wie der elektrische Schaltschrank fĂŒr das hintere Drehgestell untergebracht.cite-ref-emd-1-11[1]cite-ref-dieselshop-a-3-6[3] Die beiden HauptluftbehĂ€lter des Druckluftsystems mit einem gemeinsamen Volumen von 800 l sind beidseits lĂ€ngs am Lokomotivrahmen angebracht.cite-ref-emd-1-12[1] Zwischen den Drehgestellen befindet sich der Kraftstofftank mit einem Fassungsvermögen von 12 100 l, optional 15 100 l.cite-ref-emd-1-13[1]

Eine indirekt wirkende Druckluftbremse dient als Zugbremse, eine direkt wirkende Druckluft-Zusatzbremse als Lokomotivbremse und eine Handbremse zur Sicherung im Stand. Die pneumatische BremsausrĂŒstung der Bauart 26L stammt von Westinghouse.cite-ref-emd-1-14[1]cite-ref-dieselshop-a-3-7[3] Die mechanische Einrichtung ist als Klotzbremse mit zwei Bremsklötzen pro Radsatz ausgefĂŒhrt.cite-ref-emd-1-15[1] Die Handbremse wirkt je nach AusfĂŒhrung auf zwei RadsĂ€tze des vorderen oder des hinteren Drehgestells.cite-ref-emd-1-16[1] Optional ist außerdem eine Widerstandsbremse vorhanden.cite-ref-emd-1-17[1] StandardmĂ€ĂŸig verfĂŒgen die Fahrzeuge ĂŒber eine Mehrfachtraktionssteuerung, teilweise wurde eine Locotrol-Funkfernsteuerung nachgerĂŒstet.cite-ref-emd-1-18[1]cite-ref-sarberenyi-5-7[5] Das ÜbersetzungsverhĂ€ltnis zwischen Fahrmotor und Radsatz betrĂ€gt wahlweise 1 : 4,13, 1 : 3,81 oder 1 : 3,53.cite-ref-emd-1-19[1] Daraus ergeben sich Höchstgeschwindigkeiten von 114 km/h, 124 km/h und 134 km/h. Mit einem ÜbersetzungsverhĂ€ltnis von 1 : 4,13 betrĂ€gt die Anfahrzugkraft 410 kN.cite-ref-americanrails-2-10[2]cite-ref-dieselshop-a-3-8[3] Im niedrigen Geschwindigkeitsbereich unterhalb 20 km/h entsprechen die ZugkrĂ€fte denen der SD40, erst bei grĂ¶ĂŸeren Geschwindigkeiten ist die SD45 mit ihrer höheren Antriebsleistung der SD40 ĂŒberlegen.

Weitere Optionen beinhalteten einen leistungsfĂ€higeren Luftpresser, einen grĂ¶ĂŸeren Schmierölvorrat, verschiedene zusĂ€tzliche Ausstattung des FĂŒhrerstandes sowie eine Personaltoilette im Vorbau der Lokomotive.cite-ref-emd-1-20[1]

Weblinks

Commons

: EMD SD45

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise

cite-note-emd-11. Specifications – General Motors – Model SD45 3600 hp Six-Motor Diesel-Electric Locomotive. La Grange 1967 (englisch, wildapricot.org [PDF; 1,2 MB; abgerufen am 14. Januar 2024]).
cite-note-americanrails-22. Adam Burns: EMD SD45 Locomotives. In: american-rails.com. 17. Juli 2023, abgerufen am 10. Januar 2024 (englisch).
cite-note-dieselshop-a-33. Jean-Denis Bachand: EMD SD45. In: The Diesel Shop. 12. Februar 2014, abgerufen am 10. Januar 2024 (englisch).
cite-note-dieselshop-b-44. New dimensions in motive power from Electro-Motive. In: The Diesel Shop. Abgerufen am 7. Januar 2024 (englisch).
cite-note-sarberenyi-55. ↑ Robert Sarberenyi: EMD’s SD45 and SDP45 – Original Owners. In: trainweb.org. Abgerufen am 10. Januar 2024 (englisch).
cite-note-utahrails-66. ↑ SP’s Sacramento Locomotive Rebuild Programs – M-99 Program. In: utahrails.net. 25. September 2015, abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
cite-note-77. ↑ Richard Percy: Southern Pacific SD40M-2. In: The Espee Archive. 22. Juli 2007, abgerufen am 15. Januar 2024 (englisch).
cite-note-88. ↑ Gene Crossett: ATSF EMD SD45/SD45u. In: Santa Fe Diesels. 10. MĂ€rz 2012, abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).